Magazin „die Kontaktlinse“ Dezember 2017

 

Kontaktlinsenversorgung nach Kollagenvernetzung (CXL) - Was ist anders ?

Was ist  bei der Kontaktlinsenanpassung zu beachten, wenn bei ektatischen Veränderungen (meist erkrankungsbedingt durch Keratokonus) eine Kollagenvernetzung durchgeführt wurde? Da das Therapieverfahren in Dresden entwickelt wurde, versorgen wir als ortsansässiges Contactlinseninstitut seit 15 Jahren zunehmend Augen nach diesem Eingriff. Über unsere Erfahrungen möchten wir berichten. 

 

Kollagenvernetzung (CXL) – eine Erfindung aus Dresden

Neben der Zahncreme, dem Kaffeefilter, dem Teebeutel, dem europäischen Porzellan   u.v.a.m. wurde auch die Kollagenvernetzung in Dresden entwickelt, genauer gesagt an der Universitätsklinik „Carl Gustav Carus“ – und seit 1998 angewendet.

 CXL ist heute die medizinisch etablierte therapeutische Methode zur Stabilisierung von progressiv verlaufenden Keratokoni bzw. Pellucidalen Marginalen Hornhautdystrophien (PMD). Zahlreiche nationale und internationale Veröffentlichungen sehen in dem Eingriffeine effektive Therapie, um das Progressionsrisiko der erkrankten Hornhäute deutlich zu minimieren. Die klinische Prozedur wurde an anderer Stelle bereits ausführlich beschrieben. Kurz zusammengefasst: es wird eine photochemische Reaktion von Riboflavin, UV-Strahlung und dadurch entstehenden freien Sauerstoffradikalen ausgelöst. Das Resultat ist eine höhere mechanische Stabilität des Hornhautstromas und dadurch ein geringeres Risiko einer weiteren Progression der Ektasie. 

Die Augenklinik Dresden veröffentlichte 2015 eine Studie mit 30 vernetzten Augen und einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren und konnte bei 28 Augen eine Stabilisierung der Hornhautparameter nachweisen. Mittlerweile wird der Eingriff nach Einzelfallentscheidung teilweise auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 Eine Heilung im Sinne einer Wiederherstellung einer regulären Hornhautform ist mit CXL allerdings nicht möglich – aus diesem Grund ist die Kontaktlinsenanpassung (ab einem bestimmten Krankheitsstadium) weiterhin das Mittel der Wahl zur optischen Rehabilitation der Betroffenen.

 Als ortsansässiges Contactlinseninstitut versorgen wir regelmäßig Betroffene mit Keratokonus- bzw. PMD- Diagnose, und seit dem Jahr 2000 zunehmend auch Augen nach CXL-Therapie.

In dem Fachjournal berichten wir ausführlich über die praktische Seite der Kontaktlinsenanpassung mit reichlichem Bildmaterial.